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Was ist der Islam?
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1) Die Religion der Unterwürfigkeit gegenüber Allah dem Einzigen, dem Großen und Hocherhabenen, dem allein die Demut gebührt. Menschen und Götzen, die als Götter verehrt werden, wird keine Gelegenheit gegeben, Herrschaft über die Diener des Allmächtigen, die jenen falschen Göttern einzig zu ihrem eigenen Nutzen folgen sollen, zu ergreifen. Demzufolge sind alle Menschen gleichwertig wie die gradlinig angeordneten Zinken eines Kamms. Die Religion des Tauhid (Monotheismus) erhebt ihr Antlitz gegen die Versklavung und der bedingungslosen Kontrolle, was bedeutet: Kein Klerus und keine totalitäre Herrschaft. 2) Die Religion der Wortbedeutung „Lies“ (1:96), die sich auf den Verstand verlässt und stets zur Wissensbereicherung aufruft und sich dabei vollends auf die Logik und die Beweisführung stützt. Für den Islam ist der Beweis die Stütze, und der Verstand Allen vorangestellt, das Sinnen ein Gottesdienst, und das Denken eine Pflicht. Seine Devise lautet: „Überlieferst du etwas, hast du die Authentizität nachzuweisen. Stellst du eine bloße Behauptung auf, hast du den Beweis vorzulegen“. Für ihn gibt es keine Vermittlungsrolle zwischen dem Schöpfer und Eines seiner Geschöpfe, und keine Privilegien für eine geistliche oder politische Schicht, die für die Anderen das Denken und Entscheiden übernimmt, oder für sich allein das Recht für den Bezug zur heiligen Schrift beansprucht, und sich damit anmaßt, die heilige Schrift allein verstehen und interpretieren zu können. 3) Die Religion, die den Menschen würdigt, indem sie seine natürliche Veranlagung respektiert, und ihm die Freiheit gewährt, ihm die Verantwortung und den Verstand überträgt, und ihn für eine große Sache beauftragt. Allah der Erhabene hat ihn als Statthalter auf Erden auserwählt und ihn zum Herrn des Universums erklärt. Die Reichtümer der Erde hat er ihm dienstbar gemacht, damit er sie für edle Absichten einsetzt, ohne dabei verschwenderisch und eigennützig zu sein, und ohne dabei die Umwelt zu zerstören und die Rechte der anderen Geschöpfe zu verletzen. Aus der Würdigung des Menschen ergibt sich eine unabdingbare Pflicht zum Schutz der Unantastbarkeit eines Menschen: Der Schutz seines Lebens, seines Vermögens, seiner Würde, und der Freiheit seines Glaubens und seiner Auffassung. Diesbezüglich lautet das Motto des Islam: „Wie könnt ihr die Menschen versklaven, wo sie doch alle von ihren Müttern frei geboren wurden?“ (Aussage des Propheten Mohammad [sas]). Sein Grundsatz besagt: „Die Unantastbarkeit eines Gläubigen bei Allah ist größer als die Unantastbarkeit der heiligen Moschee“. 4) Die Religion des Friedens, der Liebe, der Zusammenarbeit, der Toleranz, der Aufgeschlossenheit, der Barmherzigkeit, des Dialogs und des vorbildhaften Umgangs mit Meinungsverschiedenheiten, die sich in einem rechtmäßigen Rahmen bewegen. Mit dem Grundsatz der „Bestätigung“, vor dem Prinzip der „Überwachung“, tritt der Islam den vergangenen Religionen entgegen: {UND WIR HABEN ZU DIR DAS BUCH MIT DIR WAHRHEIT HINAB GESANDT, DAS ZU BESTÄTIGEN, WAS VON DEM BUCH VOR IHM (OFFENBART) WAR, UND ALS WÄCHTER DARÜBER.} (5:48); allerdings ist die genannte Überwachung eine Überwachung der Aufnahme und Richtigstellung, und keine Überwachung der Verdrängung und Verleugnung. Der Islam ruft zu den höchsten Stufen der Güte und Wohltätigkeit mit Andersdenken auf, und veranlasst zur Vergebung und Gnade von Übeltätern, außer im Fall eines feindlichen Übergriffs auf die Religion und die Bevölkerung. Und hier stellt sich die Frage: Was bleibt einem Muslim übrig, als sich zur Wehr zu setzen, wenn er einer versuchten materiellen und geistigen Ausrottung ausgesetzt ist? 5) Das ist unsere Religion:
Eine Religion des Herzens und des Verstandes, und des Diesseits und des Jenseits, des Geistes und der Materie, und der gegenseitigen Beratung und des Gehorsams, des umfassenden Rechtssystems und des Realismus. Der Islam ist die Religion der vortrefflichen Wohltat: In seinem Sinne ist das Diesseits die Anbaufläche des Jenseits, der Gottesdienst der Weg zur weiterentwickelten Zivilisation und die Materie im Dienst des Geistes. Für ihn ist die Wohltätigkeit ein Faktor für eine einheitliche Gesellschaft, und der Verstand ein Führer des Glaubens, und die Fürsorge für die Menschen, ob sie nun rechtschaffen sind oder nicht, ein Grund, die Zufriedenheit Allahs zu erlangen. Ist es schließlich nicht die Religion, die besagt: {DER MENSCH BEFINDET SICH WAHRLICH IN VERLUST. AUßER DENJENIGEN, DIE GLAUBEN UND RECHTSCHAFFENE WERKE TUN…} (103:2/3). 6) Das ist der Islam:
Das ist der wahrhaftige Islam! Wenn sich nun jemand einbildet, dass es einen Islam in einer anderen interpretierten Form gibt, dann gehört er entweder zu jenen, die den Islam modifizieren, um ihn dann letztendlich aufzulösen, oder zu jenen, die ihn aus ihrer Irreleitung heraus verfälschen, oder möglicherweise zu jenen, die mit seiner Modifikation eigene Interessen verfolgen. Mit diesem Verständnis begegnen wir Allah, der allein den Erfolg verleiht und zum rechten Weg leitet. |
(Übersetzung aus dem Arabischen von Prof. Abu Zaid Al Muqri’ Alidrisi, aus der Zeitschrift Al-Raid, Juni 2006) |